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Bevor Sie Offerten einholen: Fünf Dinge, die Sie wissen sollten

Eine gute Offerte setzt eine gute Ausschreibung voraus. Diese fünf Punkte sparen Ihnen unnötige Verhandlungen und unpassende Angebote.

Wer gleich drei Offerten einholt, bevor die Ausgangslage geklärt ist, bekommt meistens drei sehr unterschiedliche Angebote – und kann sie kaum vergleichen. Bevor Sie Handwerksbetriebe anfragen, lohnt es sich, diese fünf Punkte zu klären.

Eins: Den Ist-Zustand in Zahlen

Ohne Verbrauchsdaten der letzten drei bis fünf Jahre lässt sich nicht sinnvoll dimensionieren. Dazu gehört der Stromverbrauch in Kilowattstunden, der Wärmeverbrauch in Litern Heizöl, Kubikmetern Gas oder Kilowattstunden Fernwärme sowie der Warmwasserverbrauch. Wer diese Werte hat, ermöglicht dem Planer eine saubere Ausgangsbasis. Wer sie nicht hat, bekommt ein Angebot auf Basis von Pauschalannahmen – und das kostet oft mehr, als es einbringt.

Zwei: Das Ziel klar formulieren

Wollen Sie vor allem unabhängig vom Netz werden? Wollen Sie die Betriebskosten minimieren? Ist der CO2-Fussabdruck der primäre Treiber? Ist eine hohe Wohnqualität das wichtigste Ziel? Diese Prioritäten verändern die Planung. Eine Anlage, die auf maximale Autarkie ausgelegt ist, sieht anders aus als eine, die auf kürzeste Amortisationszeit optimiert ist. Ohne klares Ziel entscheidet der Offertsteller die Prioritäten für Sie.

Drei: Die Rahmenbedingungen am Gebäude

Ist das Dach statisch für eine PV-Anlage geeignet? Gibt es Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude? Wie ist der Zustand der Gebäudehülle? Welche Leitungsführungen sind vorhanden? Wo kann eine Wärmepumpe sinnvoll aufgestellt werden? Wer diese Fragen im Vorfeld prüfen lässt, vermeidet Angebote, die auf falschen Annahmen beruhen – und Nachträge, die am Ende niemand gerne bezahlt.

Vier: Die rechtlichen und bewilligungstechnischen Rahmen

Für Photovoltaikanlagen gibt es je nach Gemeinde unterschiedliche Bewilligungspflichten. Für Erdsonden ist die kantonale Konzession erforderlich. Für Wärmepumpen in Aussenaufstellung gelten Lärmschutzanforderungen. Diese Punkte lassen sich klären, bevor der erste Offertsteller vorbeikommt. Wenn sie erst während der Umsetzung auftauchen, werden sie zum Zeit- und Geldfresser.

Fünf: Das Budget realistisch einschätzen

Ein Eigenheim-Energiesystem auf dem aktuellen Stand der Technik – PV, Wärmepumpe, Speicher, Steuerung – bewegt sich für ein typisches Einfamilienhaus im Raum Bern in einer Grössenordnung von 80’000 bis 150’000 Franken. Natürlich gibt es günstigere und teurere Varianten, aber wer mit einem Budget von 40’000 Franken anfragt, wird entweder enttäuscht oder bekommt ein Angebot, das die Hälfte der eigenen Ziele unberücksichtigt lässt. Ein realistischer Rahmen macht die Offertenphase für alle Seiten produktiver.

Warum das den Aufwand wert ist

Diese fünf Punkte zu klären, braucht ein bis zwei Wochen Vorbereitungszeit – oder ein gutes Erstgespräch mit jemandem, der sie systematisch durchgeht. Dafür wird die Offertenphase kürzer, die Angebote vergleichbarer und die finale Entscheidung deutlich fundierter. Sie sparen am Ende nicht nur Geld, sondern auch einige Wochen, in denen sonst sinnlos verhandelt wird.

Toni Maibach

Unabhängiger Energieberater im Raum Bern. Über 16 Jahre Systemberatung bei CTA AG, zertifizierter Solarteur.

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